Welche beiden Strategien verfolgt Iran, um eine dauerhafte Einigung bei den Wiener Gesprächen zu erzielen?

Teheran (IRNA) - Nach Angaben des außenpolitischen Korrespondenten der Nachrichtenagentur IRNA konzentrierte sich das iranische Verhandlungsteam in den letzten Tagen auf die Frage der nuklearen Verifizierung.

In Wien finden auf verschiedenen Ebenen und Formaten Verhandlungen zwischen dem Iran und der 4+1-Gruppe statt.

Ali Bagheri, der iranische Chefunterhändler, hielt gestern ein einstündiges Treffen mit Enrique Mora, dem stellvertretenden Generalsekretär des Auswärtigen Dienstes der Europäischen Union, und führenden Verhandlungsführern der drei europäischen Länder. Dabei wurden Fragen im Zusammenhang mit der Aufhebung von Sanktionen, Verifizierung und nuklearen Verpflichtungen untersucht.

Eine dem iranischen Verhandlungsteam nahestehende Quelle sagte in einem Gespräch mit IRNA: „Dieses Treffen verlief in einer positiven und konstruktiven Atmosphäre.“

Dem Bericht zufolge wird nun das Prinzip der Verifizierung anerkannt, das einst von den westlichen Parteien zu den Hauptproblemen gehörte. Die Verhandlungen über die Mechanismen der nuklearen Verifizierung dauern noch an.

Die unvollständige Umsetzung des Atomabkommens, insbesondere bei der Aufhebung der Sanktionen während der Präsidentschaft von Barack Obama, hat das iranische Team dazu veranlasst, bei den laufenden Verhandlungen die Frage der nuklearen Verifizierung hervorzuheben.

Das Ziel ist es, dass der Iran auf reale und praktische Weise vom Atomabkommen profitiert.

Das zweite Thema, das das iranische Team hervorhebt, ist das Element der Stabilität und Dauerhaftigkeit des Abkommens.

Der einseitige Rückzug des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump aus dem Atomabkommen hat das iranische Team zu dem Schluss gebracht, dass ein instabiles Abkommen dem Iran nicht die erwarteten Vorteile bringen wird.

Am Mittwoch haben sich im US-Kongress erneut mehr als 100 Republikaner gegen eine Rückkehr des Landes zum Atomabkommen ausgesprochen und einen Abbruch der Wiener Gespräche gefordert.

Allerdings wurden gestern in einigen Medien Äußerungen über die Bereitstellung eines Interimsabkommens in den Gesprächen gemacht, die mit der Realität nichts zu tun haben.

Grundsätzlich wurde die Frage eines Interimsabkommens bei den Verhandlungen bisher nicht angesprochen und stand auch nie auf der Agenda des iranischen Teams.

Die iranische Delegation strebt ein dauerhaftes und glaubwürdiges Abkommen an und hat keine Weisung, über ein Interimsabkommen zu sprechen.

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