20.12.2021, 11:18
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 Iraner feiern in Yalda-Nacht den Sieg des Guten über das Böse

Teheran (IRNA) - Die längste Nacht des Jahres nennen Iraner Yalda. Es ist die Nacht der Wintersonnenwende, d. h. der kalendarische Übergang vom Herbst in den Winter. In dieser Nacht wird die Geburt der Sonne und damit den Sieg des Guten über das Böse gefeiert.

Die Yalda Nacht – das persische Weihnachten (persisch Šab-e Yald) ist eines der vier großen altpersischen Feste des indoiranischen Kulturkreises, die gemäß dem iranischen Sonnenkalender begangen werden. Es handelt sich um die Nacht der Wintersonnenwende vor dem ersten Dey-Tag also die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember (im Schaltjahr die Nacht vom 20. auf den 21. Dezember) – die längste Nacht des Jahres. Das Fest ist eines der wichtigsten Feste des Zoroastrismus, wird aber auch von den heute mehrheitlich muslimischen Völkern des iranischen Kulturkreises und Zentralasiens gefeiert.


Yalda ist ursprünglich ein aramäisches Wort mit der Bedeutung „Geburt“. Im iranischen Kulturkreis wird Yalda als Geburt des Lichts bzw. der Sonnengottheit Mithra verstanden. Die Yalda-Nacht wird auch Tschelle-Nacht wörtlich „Nacht der vierzigtägigen Periode“, genannt.

Jedes Jahr am 21. Dezember feiern die Iraner auf der ganzen Welt die Ankunft des Winters und eigentlich den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit.

Im Rahmen des Mithraskultes kam das Fest als „Fest des Lichtes“ durch Legionäre auch in das römische Reich. Manche christlichen Historiker sind der Meinung, dass Weihnachten eine Weiterentwicklung dieses Festes sei. Bis zum 4. Jh. wurde im antiken Rom am 21. Tag des zwölften Monates des julianischen Kalenders (dem 1. Tag des zehnten Monats des iranischen Kalenders), also im Dezember das Mithras-Fest zu Ehren der Geburt des Lichtes abgehalten. Mit der Übernahme des Christentums als Staatsreligion wurde dieses größte Fest im alten Rom von der Kirche in die Feier der Geburt Jesu Christi umgewidmet. Ähnliche Sonnwendfeiern sind auch von den Kelten und Germanen überliefert.

 Iraner feiern in Yalda-Nacht den Sieg des Guten über das Böse

In der Yalda-Nacht finden sich Freunde und Verwandte in den Häusern der Ältesten zusammen, wo sie die Nacht über gemeinsam feiern. Traditionell werden zu diesem Anlass vor allem Melonen, Granatäpfel, rote Trauben in Kongina ? genannten luftdichten Tonschalen konserviert und Backobst gegessen. Meist sitzt man um das Korsi und liest aus dem Divan des persischen Dichters Hafez vor. Hierbei handelt es sich um das Fal-e Hafez also um eine Art Orakelbefragung oder Weissagung anhand der Hafez-Gedichte.

Ein weiterer Brauch ist das Entzünden eines großen Feuers, das Licht und Hoffnung repräsentiert. Die Menschen freuen sich, dass das Licht neu geboren wird und sich gegen die Dunkelheit durchsetzt, denn nach der Yalda-Nacht werden die Tage wieder länger.
In der altpersischen Tradition kam der Herrscher in der Yalda-Nacht vom Thron herab und begab sich in die Wüste. Er schickte Diener und Wächter in den Urlaub und ging in ein Dorf, um dort die Nacht mit einfachen Bauern zu verbringen und ihnen zuzuhören.

Herkunft
Ursprünglich ist Yalda ein syrisches Wort und bedeutet Geburt. Eigentlich kann man sagen, dass im Iran das Fest der Freude gefeiert wird, und die längste Nacht des Jahres markiert einen Wendepunkt, nach dem die Tage allmählich wieder länger werden. Iraner konzentrieren sich auf die Kräfte der Sonnengöttin, die immer der Gewinner des Kampfes gegenüber Dunkelheit ist. Licht, Tag und Sonne waren unter den Persern und vielen anderen alten Kulturen Zeichen Gottes, während Nacht und Dunkelheit Böses darstellten. Die Menschen glaubten, dass Licht und Dunkelheit in einem ständigen Konflikt stehen, und Yalda, die letzte Nacht des Herbstes und die längste Nacht des Jahres, endet im Morgengrauen mit der Geburt von Mithra.

Yalda-Nacht, die auf zoroastrische Zeit zurückgeht, ist die Nacht vor der Geburt der persischen Sonnengöttin „Mithra“, es heißt Licht, das Freundschaft und Vertrag. Zudem verbanden frühen Christen im Persien diese sehr alte persische Feier mit dem Geburtstag des Propheten Jesus (PBUH).

Weil Yalda die längste und dunkelste Nacht ist, symbolisiert sie romantische, philosophische und mystische Begriffe in der persischen Dichtung. Trennung vom Geliebten, Einsamkeit und Warten. Nach Yalda ist das Warten vorbei, Licht scheint und Güte herrscht.

 Iraner feiern in Yalda-Nacht den Sieg des Guten über das Böse

Traditionen
In dieser Nacht versammeln sich Freunde und Verwandte in den Häusern der ältesten Familienmitglieder, wo sie die Nacht gemeinsam feiern. Sie essen traditionelle Speisen, darunter Wassermelonen und Granatäpfel. Neben zahlreichen traditionellen Speisen ist das Vortragen von Versen aus dem Diwan des großen iranischen Dichters Mohammad Schams ad-Din Schirazi oder Hafez (bekannt als Hafis) eine geliebte Tradition.

Jedes Familienmitglied wünscht, öffnet das Buch nach dem Zufallsprinzip und bittet das älteste Familienmitglied, es laut vorzulesen. Was in diesem Gedicht ausgedrückt wird, ist vermutlich die Interpretation des Wunsches und ob und wie er sich erfüllen wird. Dies wird Faal-e Hafez (Hafez Omen) genannt.

Ein weiterer Brauch ist das Entzünden eines großen Feuers, das Licht und Hoffnung repräsentiert.

Besonderheiten
Essen zählt zum wichtigsten Teil der iranischen Feste. Jedes Fest hat seine eigene Besonderheiten.

Normalerweise werden die Früchte, die in dieser Nacht gegessen werden, rot sind. Nach den meisten Quellen symnolisiert die rote Farbe dieser Früchte die Farben des Morgens und des Lebens, die den Glanz von Mithra hervorrufen.

Granatäpfel und Wassermelone sind besonders wichtig. Granatapfel wurde auf einen Obstkorb gestellt und galt als Symbol für die Wiedergeburt.

Wassermelonen wurden wegen ihrer Kugelform, die das Symbol der Sonne war, auf den Tisch gelegt. Einige glauben, wenn sie Wassermelone in Yalda essen, werden sie nicht von den Krankheiten und der Kälte des kommenden Winters verletzt.


Nüsse gehören zu den in der Yalda-Nacht verzehrten Lebensmitteln in Form von süßen Nüssen zusammen mit getrockneten Beeren und Rosinen.

Yalda in der persischen Literatur
Die iranischen Dichter haben von der längsten und dunkelsten Nacht des Jahres inspiriert. Es wurde zum Symbol für unterschiedliche Themen, darunter die Trennung von einer geliebten Person, Einsamkeit verwendet.

Ein typisches Gedicht zur Shab-e Yalda stammt von Sa’adi:
Dein Anblick jeden Morgen ist ein Neues Jahr, Jede Nacht wo du abreist ist der Vorabend von Yald.

 Iraner feiern in Yalda-Nacht den Sieg des Guten über das Böse


Ende der Zeremonie
Am Ende der Nacht beten die Perser zu Gott. Das älteste Mitglied der Familie spricht Gebete, in denen er sich für die Segnungen des vergangenen Jahres bedankt, und betet für Wohlstand im kommenden Jahr.

Die Yalda-Nacht, die jahrhundertelang als gesellschaftliches Ereignis diente, wurde im Jahr 2008 offiziell in die Liste der Nationalerbe des Iran aufgenommen.

Zentralasiatische Länder wie Afghanistan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan und einige kaukasische Staaten wie Aserbaidschan und Armenien freiern Yalda.

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