Die letzten Momente im Leben eines Reporters

Am 8. August 1998 übernahm die Terroristengruppe der Taliban die Kontrolle über die Stadt Mazar-i-Sharif im Norden Afghanistans. Die Takfiri-Terroristen sind in das iranische Konsulat eingetreten und haben zusammen mit acht iranischen Diplomaten den IRNA-Korrespondenten Mahmoud Saremi ermordet.

Minuten vor seinem Märtyrertod gelang es dem Journalisten, diese kurze Nachricht an IRNA zu übermitteln: „Ich bin Mahmud Saremi, IRNA-Korrespondent; Mazar-i-Sharif ist in die Hände der Taliban gefallen“.

Das waren Saremis letzte Worte, aber es waren sicherlich nicht die letzten Bilder, die seine Augen sahen.

Die mentalen Bilder eines Journalisten, besonders in den letzten riskanten Momenten seines Lebens, vermischen professionelle Werte, Überzeugungen, Ängste und natürlich persönliche Emotionen, die in einem Bild oder einer Schrift nicht beschrieben werden können. Saremi hatte weder die Gelegenheit, noch konnte er eines dieser Bilder übermitteln.

Wenn er eine Chance gehabt hätte, hätte Saremi schockierende Bilder und Berichte über den Fall von Mazar-i-Sharif, den Widerstand der Menschen, die Angst, die Flucht oder die Schreie der hilflosen Kinder übermittelt.

Mit Sicherheit hätte er über diejenigen, die auf dem Schlachtfeld waren, über ihren Mut und die Opferbereitschaft der Verteidiger der Stadt berichtet. Saremi hätte die Szenen des Berufsrisikos des Journalismus übertragen und natürlich eines Teils seiner persönlichen Gefühle ausgedrückt.

Er hätte keine Zeit, sich von seinem Sohn und Familie zu verabschieden. Saremi starb und flog, aber nicht als Schmetterling, sondern als Adler mit festem Geist.

Saremi zu ehren, bedeutet, die hohen Werte des Journalistenberufs zu ehren.

Möge deine Erinnerung lebendig bleiben!

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