6 August 2019 - 13:04
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US-Sanktionen bedrohen Arbeit von Hilfsorganisationen im Iran

Die Norwegische Flüchtlingshilfe sieht ihre Arbeit im Iran durch die Sanktionen der USA gefährdet. Vor allem westliche Banken weigern sich Geld in das Land zu überweisen.

Die humanitäre Hilfe im Iran wird laut der Norwegischen Flüchtlingshilfe (NRC) von den Sanktionen der USA erheblich erschwert. Wegen der US-Sanktionen habe man ein ganzes Jahr lang vergeblich versucht, Banken zu finden, die Mittel von westlichen Geldgebern an Hilfswerke im Iran überweisen könnten und wollten, erklärte NRC-Generalsekretär Jan Egeland am Montag. Im schlimmsten Fall könne dies die Unterbrechung von Hilfseinsätzen erzwingen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat die Organisation eine kurzfristige Alternative gefunden, um den Geldfluss zu gewährleisten. Die Einsätze müssen somit zunächst nicht unterbrochen werden. An einer langfristigen Lösung fehlt es demnach aber weiter.

Europäische und andere Banken hätten zu große Angst vor den Sanktionen, um das von Regierungen in Europa für die Hilfsarbeit bereitgestellte Geld zu überweisen, erklärte Egeland. „Hilfsorganisationen werden durch politisch motivierte Sanktionen gelähmt, die nun die Ärmsten bestrafen.“

Die Organisation hilft in der Islamischen Republik laut eigenen Angaben sowohl Flüchtlingen aus Afghanistan als auch iranischen Hochwasseropfern. Demnach leben mehr als drei Millionen afghanische Flüchtlinge im westlichen Nachbarland Iran, manche schon seit Jahrzehnten. Zusätzlich kämpfen demnach etwa zehn Millionen Menschen mit den Folgen der verheerenden Überschwemmungen im März.

Die USA sind im Jahr 2018 einseitig aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und haben scharfe Sanktionen verhängt, um das Land von den globalen Finanz- und Energiemärkten abzuschneiden.

Quelle: Wirtschaftswoche

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