01.08.2019, 14:56
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Maas erteilt USA für Militärmission am Golf eine Absage

Außenminister Heiko Maas hat einer deutschen Beteiligung an einer von den USA geführten Militärmission in der Straße von Hormus eine klare Absage erteilt. Wie das in Washington aufgenommen wird, erklärt US-Korrespondent Steffen Schwarzkopf.

Heiko Maas hat eine Beteiligung Deutschlands an einem Marine-Einsatz vor der iranischen Küste ausgeschlossen.

„An der von der USA geplanten Seemission wird sich die Bundesregierung nicht beteiligen“, sagte Maas in Warschau.

Man wolle "keine militärische Eskalation", sondern "weiter auf Diplomatie setzen.“

Großbritannien und die USA wollen nach den Tankervorfällen in der Straße von Hormus den Seetransport von Rohöl in der Region sichern. Der angedachte Einsatz soll Schiffe schützen, die die für den internationalen Handel wichtige Meerenge passieren. In den USA laufen entsprechende Diskussionen schon seit mehreren Wochen.

Die US-Bitte zur Beteiligung Deutschlands an einem solchen Einsatz weist Bundesaußenminister Heiko Maas nun allerdings zurück.  „An der von der USA vorgestellten und geplanten Seemission wird sich die Bundesregierung nicht beteiligen, wir befinden uns da in enger Abstimmung mit unseren französischen Partnern“, sagte Maas am Mittwoch in Warschau. „Wir halten die Strategie des maximalen Drucks für falsch. Wir wollen keine militärische Eskalation, wir werden weiter auf Diplomatie setzen.“

Angesichts der „ernsten und auch gefährlichen Situation am Golf und in der Straße von Hormus müssen wir alles daran setzen, eine weitere Eskalation zu verhindern“, fügte Maas hinzu. „Es kann am Schluss nur eine Verhandlungslösung geben, es kann keine militärische Lösung geben.“

„Berlin sollte sich aktiv und umfassend beteiligen“

Zuvor hatte auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Hoffnungen der USA gedämpft. So verwies sie unter anderem darauf, dass Deutschland und die Europäer im Gegensatz zu den USA am Erhalt des internationalen Atomabkommens mit dem Iran interessiert sind. Deutschland setze alles daran, dass es zu einer diplomatischen und friedlichen Lösung mit dem Iran komme und dass der Vertrag zur Verhinderung einer iranischen Atombombe eingehalten werde.

Allerdings sagte sie auch, dass über die mögliche Beteiligung Deutschlands noch nicht entschieden sei und dass derzeit Absprachen mit Frankreich und Großbritannien liefen.

Quelle: Die Welt

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