Maas: US-Strategie des maximalen Drucks gegen Iran funktioniert nicht

Teheran, 18. Mai, IRNA - Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hält den harten Kurs der USA im Atomstreit mit dem Iran für falsch. Dass die USA einseitig aus dem Atom-Abkommen mit Teheran ausgeschieden seien, 'bleibt für uns nicht nachvollziehbar', sagte Maas der 'Passauer Neuen Presse' (Samstagsausgabe). Das Abkommen sei momentan der sicherste Weg, den Iran vom Bau von Atomwaffen abzuhalten.

Anders als US-Präsident Donald Trump seien die EU 'der festen Überzeugung, dass uns eine Strategie des maximalen Drucks nicht weiterbringt', sagte Maas. Europa setze 'auf Dialog statt rhetorische Aufrüstung'.

An die Adresse Teherans sagte Maas: 'Der Iran muss seine Verpflichtungen aus dem Abkommen weiterhin umsetzen, und zwar ohne irgendwelche Abstriche.' Es werde 'keinerlei Rabatte geben'.

Maas warnte vor einem 'Flächenbrand' in Nahost, der durch 'unvorhergesehene Ereignisse' auch gegen den erklärten Willen der USA und des Iran entbrennen könne. In der Region gebe es 'eine Reihe von Krisen und Konflikten': 'vom Irak über Syrien bis nach Jemen'. Bereits einer dieser Konflikte könnte Auslöser eines Flächenbrandes sein. 'Das Risiko einer Eskalation sollte allen Beteiligten bewusst sein', warnte der Bundesaußenminister.

Am Freitag nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Rande eines Europarats-Treffens in Helsinki hat Maas Russland aufgefordert, sich an den Bemühungen um eine Rettung des Atomabkommens mit dem Iran zu beteiligen. „Auch Russland ist ein Partner im Nuklearabkommen, kann selber auch Beiträge liefern, die dazu führen, dass der Iran in diesem Abkommen gehalten wird“.

Quelle: Handelsblatt

9407**