18.05.2019, 11:35
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Omar Khayyam: Mehr als nur ein Dichter

Teheran, 18. Mai, IRNA - Omar Khayyam (1048-1131) war ein persischer Philosoph, Dichter, Mathematiker, Physiker und Astronom, dessen Gedichte besonders Robā’īyāt („Vierzeilern“) gehören heute zu den berühmtesten und geachtetsten Werken persischer Dichtung.

Hakim Abul Fath Ghiaseddin Omar Khayyam wurde am 18. Mai 1048 in Nischapur, Provinz Khorasan westlich von Mashad, geboren und starb am 4. Dezember 1131 ebendort. Er wurde als Sohn eines Zeltmachers geboren, woran auch sein Dichtername „Khayyam“ (arab. Zeltmacher) erinnert.

Er war ein bedeutender Dichter, Mathematiker, Astronom und Philosoph und Rechtsgelehrter, ein Universalgelehrter seiner Zeit. Zudem war er ein Zeitgenosse des Seldschukensultans Malek-Schâh und seines Wesirs Nezâm ol-Molk und Mitglied des Gremiums.

Seine Gedichtsammlung, die aus Vierzeilern (Robai) besteht, gilt als ein Meisterwerk der persischen Literatur. Ein Rubai ist ein vierzeiliges Gedicht, in dem sich die erste, zweite und vierte Zeile reimen. Khayyams Rubai endet oft mit einer überraschenden Wendung, die zum Nachdenken einlädt. 200 bis 1000 Vierzeiler werden heute ihm zugeschrieben.

Eine gute Ausbildung in Naturwissenschaften und Philosophie bekam er in seinem Heimatland, bevor er nach Samarkand (jetzt in Usbekistan) reiste, wo er die Algebra-Abhandlung Risālah fiʾl-barāhīn ʿalā masāʾil al-jabr waʾl-muqābalah („Abhandlung über die Demonstration von Problemen“) abschloss der Algebra“), auf der sein mathematischer Ruf in erster Linie beruht.

Er hat einen guten Ruf auf dem Gebiete der Astronomie auch verschafft, der von der Obrigkeit zur Verbesserung des Kalenders herangezogen wurde. Er hat den berühmten iranischen Dschalâlî-Kalender erstellt. Sein Kalender war genauer als der 500 Jahre spätere Gregorianische Kalender. Auch die heutige iranische Zeitrechnung nach Sonnenjahren beruht auf dem Dschalâlî-Kalender. Außerdem ist eine Abhandlung zur Algebra von ihm überliefert.

Der britische Literaturnobelpreisträger und Mathematiker Bertrand Russell schrieb: „Für mich ist er der einzige Mann, der wirklich beides war: Dichter und Mathematiker“.

Durch die Übersetzungen von Edward Fitz Gerald in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde eine breitere Öffentlichkeit auf das romantische Werk Khayyams aufmerksam.

Seine Gedichte wurden auch ins Deutsch übersetzt. Zum ersten Mal von Adolf Friedrich Graf von Schack und Friedrich Bodenstedt im Jahr 1880 und dann 1909 durch Friedrich Rosen.

Der österreichische Komponist Friedrich Cerha komponierte 1949 „Zehn Rubaijat des Omar Chajjam für gemischten Chor a cappella“ (1949-55).

Von William Dieterle, deutsch-amerikanischem Filmregisseur, wurde das Leben Omar Khayyams im Jahr 1956 in dem Film „Sturm über Persien“ verfilmt.

Im Folgenden finden Sie ein Robai von Khayyam.

Nimm an, dein Leben sei ganz nach Wunsch gewesen –
was dann?
Und wenn das Lebensbuch nun ausgelesen –
was dann?
Nimm an, du lebtest in Freuden hundert Jahr –
nimm meinthalb an, es seien zweihundert gewesen –
was dann?
Von: Chayyām, Die Sinnsprüche Omars des Zeltmachers (Rubaijat-i-Omar-i-Khajjam), übersetzt von Friedrich Rosen 1909

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