04.11.2018, 09:22
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BDI-Chef warnt vor Folgen der US-Sanktionen gegen Iran

Teheran, 4. November, IRNA - Deutsche Wirtschaftsverbände warnen vor den Folgen der US-Sanktionen gegen den Iran. Das Land drohe dadurch in eine Rezession abzurutschen - das destabilisiere den Nahen Osten, warnten BDI und DIHK.

Die deutsche Wirtschaft hat schwere Sanktionen der USA gegen den Iran scharf kritisiert und vor massiven Folgen gewarnt. Mit der einseitigen Wiedereinführung weiterer Sanktionen wachse das Risiko der politischen Destabilisierung im Nahen Osten, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf. „Die Instrumentalisierung der Weltwirtschaft für politische Ziele der USA belastet die internationalen Beziehungen und die transatlantische Partnerschaft.“

Öl, Finanzmarkt und Transport betroffen

Die USA wollen den Iran von Montag an mit Wirtschaftssanktionen schwächen, die vor allem die Ölindustrie, den Finanzsektor und die Transportbranche mit den wichtigen Häfen treffen. Die Sanktionen waren mit dem Atomabkommen von 2015 zunächst ausgesetzt. Die USA sind jedoch gegen den Rat der Europäer, Russlands und Chinas aus dem Abkommen ausgestiegen. Sie hatten danach bereits in einem ersten Schritt Maßnahmen gegen einzelne Industriezweige im Iran ergriffen.

Kempf sagte, die meisten Staaten hätten erkannt, dass eine stärkere iranische Wirtschaft zur Stabilisierung der Region und Stärkung der Reformkräfte im Iran beitragen würde. „Die neuerlichen US-Sanktionen schränken die wirtschaftlichen Perspektiven des Irans unnötig ein.“

Die USA hatten sich im Mai aus dem Atomdeal mit dem Iran zurückgezogen. Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland und China wollen das Abkommen mit dem Iran jedoch aufrechterhalten. Außerdem will der US-Präsident Sanktionen, die im Rahmen des Atomabkommens im Januar 2016 aufgehoben worden waren, gegen Teheran wieder in Kraft setzen. Nun soll die nächste Stufe folgen. Die Verbündeten der Vereinigten Staaten in Europa haben jedoch Trump nicht gefolgt, sie beabsichtigen, eine Zweckgesellschaft einzurichten, um an Geschäften mit dem Iran festzuhalten. In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten die EU-Länder am Freitag, dass in den letzten Wochen die Bemühungen um die Unterstützung der europäischen Initiative zur Schaffung einer Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle) verstärkt worden seien.

Quelle: Tagesschau

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